Der Kerry Blue Terrier

Der Ursprung des Kerry Blue Terriers in Irland ist nur sehr ungenau bekannt. Es gibt viele Vermutungen über seine Entstehung, und es wird angenommen, dass daran der Irish Wolfshound sowie der Bedlington-, der Irish- und der Wheaten Terrier beteiligt waren. Vielleicht hat allerdings auch der sagenhafte blaue Terrierrüde, der angeblich vor vielen Jahren von einem Schiffswrack in der Tralee Bay ans Land geschwommen kam, einen Beitrag dazu geleistet. Die Iren nennen den Kerry Blue gewöhnlich Irish Blue, da sie seine Herkunft nicht speziell mit der Grafschaft Kerry in Verbindung bringen. Dieser Name war früher auch hier in der Schweiz eher geläufig.

Ursprünglich war der Kerry ein Bauernhund, der zum Hüten und Treiben des Viehs Verwendung fand. Daneben wurde er auch auf der Kleinwild- und Dachsjagd sowie im Wasser zur Otterjagd eingesetzt. Er ist aber kein eigentlicher Spürhund und besitzt keinen starken Jagdtrieb.

Vom Charakter her ist der Kerry ein typischer Terrier, er ist ein lebhafter, anhänglicher Kumpan, tapfer und selbstbewusst, dazu wachsam und intelligent. Wegen seiner Anhänglichkeit, Kinderfreundlichkeit und leichten Erziehbarkeit eignet er sich ideal als Familienhund sowie als Begleiter beim Sport. Bei mehrstündigen Wanderungen ist er mit Freude dabei, aber er braucht nicht extrem viel Bewegung. Bei Regenwetter hält er es auch einmal einen Tag lang zu Hause aus. Wegen seiner mittleren Körpergrösse ist er einfach zu führen und, wenn nötig, gut zu tragen.

Im Jahre 1922 wurde die Rasse in England vom Kennel Club anerkannt und die ersten Kerries an der Crufts ausgestellt, wo sie vor allem wegen des Fells einiges Aufsehen erregten. Die Engländer begannen dann, dem Kerry eine modische Schur zu verpassen, was sehr zu ihrem Erfolg beitrug. Die heute vertraute Form, die den Kerry Blue zu einem der elegantesten Terrier macht, bildete sich aber erst im Laufe der Jahre heraus.

Die Welpen werden schwarz geboren, zum Teil mit weissen oder bräunlichen Abzeichen. Insbesondere tritt häufig ein weisser Brustfeck auf. Bis zum Alter von etwa zwei Jahren sollten die Hunde dann umgefärbt haben und das korrekte 'blaue' Fell aufweisen. Auch die erwähnten Flecken sollten dann verschwunden sein. Das Fell sollte seidig und gewellt sein und nicht drahtig oder hart wirken. Der Kerry hat keine Unterwolle und, was sehr angenehm ist, er verliert keine Haare.

Bezüglich der Pflege der Kerries ist zu beachten, dass tägliches Kämmen und Bürsten des Fells nötig sind, damit sich das Haar nicht verfilzt. Um eine gute Pflege zu erlauben, müssen sie etwa alle zehn Wochen geschoren werden. Das Fell ist nicht wasserabstossend, so dass die Hunde mit dem Föhn getrocknet werden müssen, wenn sie z.B. vom Regen durchnässt worden sind. Sie sollten auch nicht nass gekämmt oder gebürstet werden, weil dadurch das Fell watteartig wird. Wichtig ist weiter die Kontrolle der Pfoten, da sich Fremdkörper in den Haaren zwischen den Ballen einwickeln können.

Die Kerry Blue Terrier sind recht gesunde und nicht überzüchtete Hunde. Eine Veranlagung für spezielle Erbkrankheiten besteht nicht.